Handbuch für Technologie und Organisation

Standards

Standards

Standards schaffen Sicherheit und Interoperabilität. Sie definieren den gesetzlichen und technischen Rahmen für IT-Systeme. Ihre Einhaltung ist keine rein administrative Aufgabe, sondern entscheidet mit darüber, ob Systeme betrieben, geprüft und in regulierten Märkten angeboten werden können.

In diesem Bereich werden die wichtigsten regulatorischen Anforderungen (wie das Schweizer DSG/nFADP oder der EU AI Act) sowie technische Normen (ISO 27001) in ihrem operativen Kontext für Engineering-Teams beschrieben.


Inhaltsverzeichnis

  • Altersverifikation: Altersprüfungen erfüllen Jugendschutzpflichten mit minimalen Personendaten: rechtliche Treiber, Verfahren und Grenzen der Umsetzung.
  • Cyber Resilience Act: Marktzugang in der EU umfasst Cybersicherheitspflichten für digitale Produkte: CRA-Anforderungen, Secure by Design und Herstellerverantwortung.
  • DSGVO: EU-Datenschutz klar vom Schweizer DSG getrennt: DSGVO-Geltung, Verarbeitungsgrundsätze, Betroffenenrechte und Bussenrahmen.
  • EMBAG: Bundesnahe IT-Aufträge erhalten eine Open-Source-Grundlage: EMBAG-Relevanz und Pflichten für Dienstleister von Bundesbehörden.
  • EU AI Act: KI-Pflichten werden rollenspezifisch: EU AI Act, Risikoklassen, Rollen in der Wertschöpfungskette und Bezug zu Schweizer Firmen.
  • DORA: DORA klar von DevOps-Metriken getrennt: EU-Finanzmarktregulierung für IKT-Resilienz, Meldungen, Tests und Drittparteienrisiko.
  • EU Whistleblower und Secure Cryptography: Vertrauliche Meldungen bleiben durch technische und organisatorische Massnahmen geschützt: EU-Pflichten, Anonymität und Schweizer Bezug.
  • GraphQL: Präzise API-Antworten über einen Endpunkt: GraphQL beschreibt Datenformen, passende Einsatzfälle und Grenzen gegenüber festen REST-Routen.
  • Green IT und Software Carbon Intensity: Geringere IT-Emissionen durch effizienten Code, Right-Sizing und erneuerbare Rechenzentrumsenergie, messbar mit Software Carbon Intensity.
  • ISO 27001 und Compliance-as-Code: Informationssicherheit wird zur gesteuerten Routine: ISO 27001 verbindet risikobasierte Controls, Prozesse und kontinuierliche Verbesserung.
  • ISO 42001: Prüfbare KI-Governance für dauerhaften KI-Betrieb: ISO 42001, Normanforderungen, PDCA-Struktur und Verhältnis zum EU AI Act.
  • MCP (Model Context Protocol): Interoperable KI-Agenten brauchen offene Tool-Verbindungen: MCP verbindet LLMs mit Datenbanken, Git-Repositorys und APIs über Server und Clients.
  • nFADP / DSG und Privacy by Design: Schweizer Datenschutz-Compliance stützt sich auf DSG-Pflichten: persönliche Bussen, Meldeschwellen, Privacy by Design und Auskunftsrechte.
  • NIS2: EU-Cybersicherheitspflichten werden mit NIS2 konkret: betroffene Einrichtungen, Risikomanagement, gestufte Meldungen und Schweizer Bezug.
  • Open Source Definition (OSI) und SLSA: Open Source bleibt nutzbar und prüfbar durch OSI-Rechte und SLSA-Reifegrade für geschützte Software-Supply-Chains im Build-Prozess.
  • Software Asset Management (SAM): Lizenzklarheit verbessert Audits und Kostenkontrolle: SAM zentralisiert Inventar, überwacht Nutzung und gleicht Software mit Verträgen ab.
  • SBOM (Software Bill of Materials): Software-Abhängigkeiten werden mit einer SBOM nachvollziehbar: Bibliotheken, betroffene Systeme und Supply-Chain-Anforderungen bleiben sichtbar.
  • SOC 2: Cloud- und SaaS-Kontrollen werden mit SOC 2 prüfbar: ein AICPA-Attestierungsbericht für Dienstleister, ergänzend zu ISO 27001.
  • US Cloud Act und Sovereign Cryptography: Souveräne Kryptografie stärkt Datenkontrolle unter dem US Cloud Act, während Metadaten, Support-Zugriffe und rechtmässige Anordnungen separat zu prüfen sind.
  • WCAG und European Accessibility Act: Zugängliche Services ruhen auf zwei Ebenen: WCAG als technische Norm, EAA als Rechtspflicht, Konformitätsstufen und Schweizer Bezug.
  • YAML-Frontmatter: Markdown-Seiten erhalten maschinenlesbare Felder durch YAML-Frontmatter: Titel, Erscheinungsdaten, Layouts, Veröffentlichungsstatus und typische YAML-Fallen.