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Standardsoftware

In einer modernen IT-Strategie geht es nicht mehr darum, alles selbst zu programmieren. Die Kunst liegt darin, die richtige Standardsoftware (SaaS / COTS) für generische Prozesse auszuwählen und diese nahtlos in die eigene wertschöpfende Architektur zu integrieren.

Wir betrachten Standardsoftware nicht als abgeschlossenes Silo, sondern als API-basierte Komponente in einem grösseren Composable Ökosystem.

Anti-Patterns: Die Insel-Lösung

Viele Unternehmen kaufen spezialisierte Software für Buchhaltung, HR oder Marketing, die zwar ihre Aufgabe erfüllt, aber nicht mit anderen Systemen kommuniziert. Dies führt zu manueller Dateneingabe, inkonsistenten Berichten und verhindert die Automatisierung von End-to-End Prozessen. Die Abhängigkeit von den Update-Zyklen und der Roadmap des Herstellers bremst zudem die eigene Agilität.

Integration per Design

  1. API-Check vor Kauf: Eine neue Software wird nur beschafft, wenn sie über moderne, gut dokumentierte Schnittstellen (REST/GraphQL) verfügt.
  2. Middleware & iPaaS: Nutzung von Integrationsplattformen (wie n8n, Make oder Azure Logic Apps), um den Datenfluss zwischen den Systemen zu automatisieren, ohne jedes Mal Individualcode schreiben zu müssen.
  3. Master Data Management (MDM): Definition, welches System die Hoheit über welche Daten hat (z. B. das CRM für Kundendaten, das PIM für Produktdaten).
  4. Single Sign-On (SSO): Zentrale Verwaltung der Benutzeridentitäten (z. B. via Keycloak oder Entra ID) über alle Standard-Anwendungen hinweg.
  5. No-Code / Low-Code Integration: Befähigung von Fachabteilungen, einfache Workflows zwischen Standard-Tools selbst zu erstellen, unter Einhaltung der IT-Governance.

Der Vorteil: Best-of-Breed ohne Silos

Ein Unternehmen nutzt Salesforce für den Vertrieb, SAP für die Logistik und Microsoft 365 für die Kollaboration. Durch konsequente Integration fliessen die Daten automatisch von der ersten Kundenanfrage bis zur Auslieferung und Abrechnung.

FAQ

Ist Standardsoftware nicht immer günstiger als Eigenentwicklung?

In der Anschaffung ja. Aber die Integration Costs und die Kosten für Prozess-Anpassungen (wenn das Business sich der Software anpassen muss) müssen eingerechnet werden. Composable Architecture minimiert diese Kosten.

Wie verhindern wir den Wildwuchs bei hunderten SaaS-Tools?

Durch ein zentrales SaaS-Management und klare Architektur-Leitplanken. Jedes neue Tool muss die Integrations- und Sicherheits-Standards des Unternehmens erfüllen.

Reference Guide

  • Gartner: Composable Business: Der Forschungsbericht zur Zukunft der Unternehmens-IT. gartner.com
  • The iPaaS Market Guide: Übersicht über moderne Integrations-Plattformen. G2
  • Enterprise Integration Patterns: Der Standardreferenz für System-Integration. enterpriseintegrationpatterns.com

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