Pro Bono
Ein Teil der Kapazität ist für gemeinnützige Organisationen mit gesellschaftlichem Nutzen reserviert. Pro Bono bedeutet hier nicht ein kleineres Standardpaket, sondern dieselbe technische Tiefe wie in kommerziellen Mandaten, angewendet auf den Engpass, der für die Organisation wirklich zählt.
Der Einstieg ist immer eine kostenlose technische Standortbestimmung. Sie klärt Bedarf, Risiko und machbaren Hebel; daraus entsteht ein fokussierter, zeitlich begrenzter Pro-Bono-Plan. So wird nicht verkauft, was schon vorbereitet ist, sondern gearbeitet, wo die Organisation handlungsfähiger, unabhängiger oder robuster werden kann.
Typische Ausgangslagen
Pro Bono passt für gemeinnützige Organisationen. Das können NGOs, Verbände, Gewerkschaften, Stiftungen, Bildungsinitiativen, Rechercheprojekte, Demokratiearbeit, soziale Bewegungen oder andere zivilgesellschaftliche Organisationen sein.
Wichtig ist weniger die Rechtsform als die Missionspassung: Datensouveränität, offene Systeme, Unabhängigkeit von proprietären Anbietern und ein verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Daten sollten zur Organisation passen.
Die Auswahl orientiert sich an vier Kriterien:
- gesellschaftlicher Hebel: die Standortbestimmung klärt, wo technische Arbeit die Organisation handlungsfähiger, unabhängiger oder robuster macht
- technische Komplexität, bei der spezialisierte Hilfe wirklich etwas verändert: Bedarf, Risiko und machbarer Hebel werden zu einem fokussierten Pro-Bono-Plan verdichtet
- Commitment der Initiative, Entscheidungen zu treffen und Ergebnisse weiterzutragen: der Zuschnitt hält fest, was gemacht wird, was bewusst nicht gemacht wird und wie ein übergabefähiges Ergebnis aussieht
Die Kapazität ist begrenzt und wird transparent vergeben. Ein Nein kann deshalb auch bei guter Mission richtig sein, wenn der technische Hebel zu klein, die Ausgangslage noch zu unklar oder der Zeitpunkt nicht passend ist.
Ergebnisse
Das Ergebnis ist kein Beratungsstapel, sondern bessere Handlungsfähigkeit. Je nach Mandat kann das bedeuten:
- eine klare technische Lageeinschätzung mit Risiken, Prioritäten und Entscheidungsgrundlagen
- eine belastbare Zielarchitektur für ein bestehendes oder neues System
- konkrete Security- und Resilienzverbesserungen mit nachvollziehbarer Priorisierung
- ein Rettungsplan für ein festgefahrenes Projekt
- dokumentierte Betriebsabläufe, Runbooks oder Infrastruktur als Code
- eine Entscheidungsgrundlage zu Open Source, Public Code, Datenhaltung, Lock-in oder digitaler Souveränität
- ein übergabefähiger Zustand, den interne Teams, Partner oder eine künftige Agentur weiterführen können
Der Zuschnitt bleibt bewusst eng genug, damit aus begrenzter Pro-Bono-Kapazität ein verwertbares Ergebnis entsteht.
Der Leistungsumfang
Der Leistungsumfang richtet sich nach dem konkreten Bedarf. Eingebracht wird die ganze Breite des technischen Könnens: Security, Architektur, Skalierung, Rettung gestrandeter Projekte, Betriebskonzepte, Automatisierung, Daten- und Systemsouveränität sowie Beratung zu Lock-in und proprietären Abhängigkeiten.
flowchart TD
accTitle: Ablauf eines Pro-Bono-Mandats
accDescr: Aus der kostenlosen Standortbestimmung folgt die Auswahl nach Hebel und Mission, ein fokussierter Pro-Bono-Plan, die zeitlich begrenzte Umsetzung und ein übergabefähiger Zustand.
A["Kostenlose Standortbestimmung"] --> B["Auswahl nach Hebel und Mission"]
B --> C["Fokussierter Pro-Bono-Plan"]
C --> D["Umsetzung, zeitlich begrenzt"]
D --> E["Übergabefähiger Zustand"]
Beispiele, nicht Pakete:
- Eine NGO verarbeitet sensible Daten und braucht eine Standortbestimmung zu Datenschutz, Zugriffen, Backups und sicherem Betrieb.
- Ein Verband betreibt ein gewachsenes System, das zu teuer, zu fragil oder zu stark von Einzelpersonen abhängig geworden ist.
- Eine gemeinnützige Initiative möchte ein digitales Angebot skalieren, ohne sich dauerhaft an einen einzelnen Anbieter, ein unübersichtliches Lizenzmodell oder eine schwer übergabefähige Speziallösung zu binden.
Am Ende der Standortbestimmung steht ein zugeschnittener Plan: was jetzt wichtig ist, was bewusst nicht gemacht wird, welcher Aufwand realistisch ist und wie ein übergabefähiges Ergebnis aussieht.
Abgrenzung
Pro Bono ist kein dauerhafter Gratis-IT-Support, kein Ersatz für interne IT, keine kostenlose Agenturleistung und keine Lizenzvermittlung. Es ist auch kein Mandat, bei dem le dot die Mission, Priorisierung oder operative Verantwortung der Organisation übernimmt.
Gemeint ist ein fokussiertes technisches Mandat auf Augenhöhe: klären, entscheiden, stabilisieren, entwerfen, retten oder übergabefähig machen. Die Organisation bleibt Eigentümerin ihrer Ziele, Daten, Systeme und Entscheidungen.
Wenn nach dem Pro-Bono-Mandat ein längerer Betrieb, eine kommerzielle Umsetzung oder eine laufende Begleitung sinnvoll ist, wird das sauber getrennt. Pro Bono bleibt ein gezielter Hebel, kein verdeckter Einstieg in Abhängigkeit.
Eckdaten
- Modell: kostenlos oder stark vergünstigt, je nach Organisation und Umfang.
- Einstieg: kostenlose technische Standortbestimmung zu Bedarf, Risiko und machbarem Hebel.
- Dauer: fokussiert, zeitlich begrenzt und auf Übergabe ausgelegt.
- Format: in der Regel remote, mit klaren Terminen und dokumentierten Ergebnissen.
- Auswahl: gesellschaftlicher Hebel, technische Komplexität, Commitment und Missionspassung.
- Kapazität: begrenzt, transparent und nicht garantiert.
Der Einstieg ist kostenlos und unverbindlich. Eine kurze Standortbestimmung klärt, ob und wo ein Pro-Bono-Hebel sinnvoll ist.
Weiterführende Informationen
- Public Code, der gesellschaftliche Wert von Offenheit.
- Privacy und Anonymität, technischer Quellen- und Datenschutz.
- Digitale Souveränität, Unabhängigkeit ohne grosses Budget.