Altsystem-Ablöseplan
Wenn ein Altsystem das Geschäft bremst, ein kompletter Ersatz aber zu teuer und zu riskant wirkt, fehlt ein gangbarer Weg dazwischen. Das Assessment erarbeitet ihn: einen schrittweisen Ablösepfad nach dem Strangler-Fig-Muster, benannt nach der Würgefeige, die einen Wirtsbaum nach und nach ersetzt. Statt das Kernsystem in einem Wurf zu ersetzen, wird der Bestand analysiert: neue Funktionen entstehen aussen herum, das Altsystem wird Stück für Stück abgelöst, der Betrieb läuft durchgehend weiter.
Typische Ausgangslagen
- ein Altsystem (ERP, Fachapplikation, CMS, Kernplattform) das Geschäft bremst: Bestand, Schnittstellen und fachliche Abläufe werden kartiert
- ein vollständiger Ersatz zu teuer oder zu riskant erscheint: ein Strangler-Fig-Schnittplan zeigt, welche Module über eine API-Fassade schrittweise ablösbar sind
- ein kontrollierter, schrittweiser Weg gesucht wird: die Ablöseschritte werden nach Risiko, Geschäftswert, Rückfallpfad und Datenmigration geordnet
Ergebnisse
Es entsteht eine Migrations-Roadmap mit zwei Ebenen:
- die Grundsatzentscheidung: ob, in welcher Reihenfolge und mit welchem Investitions- und Risikoprofil abgelöst wird
- der technische Schnittplan: Modulgrenzen, API-Fassade, Datenmigration je Schritt
Das Altsystem bleibt während der gesamten Ablösung produktiv.
Der Leistungsumfang
Eine API-Fassade kapselt das Altsystem; neue Funktionen docken aussen an und übernehmen Stück für Stück, während der Betrieb durchgehend weiterläuft.
flowchart TD
accTitle: Strangler-Fig-Ablösung des Altsystems
accDescr: Eine API-Fassade kapselt das produktive Altsystem; neue Funktionen docken aussen an und bilden Stück für Stück das Zielsystem, das das Altsystem ablöst.
A["Altsystem<br/>bleibt produktiv"] --> F["API-Fassade<br/>Anti-Corruption-Layer"]
F --> N["Neue Funktionen<br/>docken aussen an"]
N --> Z["Zielsystem<br/>Stück für Stück"]
A -.wird abgelöst.-> Z
Bestands- und Abhängigkeitsanalyse Das Altsystem, seine Schnittstellen und die fachlichen Abläufe werden kartiert (Dependency-Mapping):
- welche Teile gekoppelt sind
- wo Daten ein- und ausfliessen
- welche Module sich isolieren lassen
Strangler-Fig-Schnittpläne Für die ablösbaren Module entsteht ein Schnittplan: eine API-Fassade (Anti-Corruption-Layer) kapselt das Altsystem, neue Funktionen docken aussen an, der Datenfluss bleibt kontrolliert.
Risiko- und Sequenzplan Die Ablöseschritte werden nach Risiko und Geschäftswert geordnet:
- welcher Schnitt zuerst
- welcher Rückfallpfad
- welche Datenmigration je Schritt
Abgrenzung
Dieses Assessment liefert die Analyse und den Ablöseplan, nicht die Migration selbst; deren Umsetzung erfolgt als anschliessendes Mandat. Die reine Lieferfähigkeit eines bestehenden Teams bewertet das Delivery-Assessment; steht eine Standardsoftware-Beschaffung an, ordnet die Make-or-Buy-Beratung die Build-vs-Buy-Frage.
Eckdaten
Der Aufwand richtet sich nach Grösse und Verflechtung des Altsystems:
- wie viele Abhängigkeiten bestehen
- wie tief der Code-Audit reicht
- wie fein der Schnitt- und Sequenzplan ausfallen soll
Ein abgegrenztes System ist in kurzer Zeit durchleuchtet, eine über Jahre gewachsene Landschaft verlangt mehr Tiefe. Was der Ablöseplan im konkreten Fall kostet, hängt an genau diesen Faktoren. Der Preis-Richtwert nennt den Rahmen für das eigene System.
Weiterführende Informationen
- Strangler Fig Pattern, das Migrationsmuster hinter dem schrittweisen Abloesepfad.
- Platform Engineering, eine tragfähige Basis für die Ablösung.
- API-First, Anti-Corruption-Layer und Schnittstellen für den Strangler-Fig-Schnitt.
- Make or Buy, bei jedem Modul Kauf gegen Eigenbau abwägen.