Open WebUI
Open WebUI als selbst betriebene Oberfläche für lokale und externe Modelle
Open WebUI ist eine quelloffene, selbst hostbare Weboberfläche für Sprachmodelle. Sie bündelt lokale Modelle über Ollama und externe, OpenAI-kompatible Schnittstellen in einer einzigen Oberfläche, die vollständig offline betreibbar ist.
Wer Sprachmodelle nicht über das Frontend eines einzelnen Anbieters nutzen will, braucht eine eigene Oberfläche, die mehrere Modelle bündelt und auf der eigenen Infrastruktur läuft. Open WebUI ist eine solche Oberfläche. Sie bildet das Bedienkonzept eines kommerziellen KI-Chats nach, lässt das Modell darunter aber offen und legt den Schwerpunkt auf den Betrieb ohne Internetabhängigkeit. Diese Seite beschreibt, was Open WebUI ist, was es kann und unter welcher Lizenz es steht.
Oberfläche unter eigener Kontrolle
Open WebUI ist eine selbst hostbare Web-Anwendung, die ihre Entwickler als erweiterbare KI-Plattform für den vollständig lokalen Betrieb bezeichnen. Die Oberfläche spricht zwei Arten von Modellen an. Erstens lokal über Ollama betriebene Open-Weights-Modelle, die ohne externe Verbindung auf der eigenen Maschine laufen. Zweitens beliebige Dienste mit einer OpenAI-kompatiblen Schnittstelle, von einer Cloud-API bis zu einem weiteren lokalen Server. Beide Arten erscheinen nebeneinander in derselben Oberfläche, sodass sich Sprachmodelle ohne Werkzeugwechsel vergleichen und mischen lassen.
Installiert wird Open WebUI über Docker, das Python-Paket pip oder Kubernetes. Damit ist es eine Oberfläche unter eigener Kontrolle, vergleichbar mit LibreChat, aber mit einem ausgeprägten Fokus auf den lokalen, von Ollama getriebenen Betrieb.
Was Open WebUI kann
Über den reinen Chat hinaus bringt Open WebUI eine breite Ausstattung mit, die einen produktiven Modellzugang ausmacht:
- Lokale RAG-Funktion. Eine eingebaute Retrieval-Augmented-Generation-Funktion erlaubt das Befragen eigener Dokumente; mehrere Vektordatenbanken stehen als Speicher zur Wahl.
- Websuche. Anfragen lassen sich mit einer Websuche anreichern, wobei zahlreiche Suchanbieter angebunden werden können, darunter Google, Brave Search, DuckDuckGo und Bing.
- Mehrbenutzer-Betrieb. Konten, Benutzergruppen und eine rollenbasierte Zugriffssteuerung trennen Berechtigungen, statt einen geteilten Zugang zu verwenden.
- Werkzeuge und Funktionen. Über Python-Funktionen und Pipelines lassen sich eigene Werkzeuge und Verarbeitungsschritte ergänzen; eine Anbindung externer Werkzeuge über das Model Context Protocol ist über einen Proxy möglich.
- Bildgenerierung und Sprache. Bildgenerierung über Dienste wie ComfyUI oder AUTOMATIC1111 sowie sprachgesteuerte Bedienung über verschiedene Sprache-zu-Text- und Text-zu-Sprache-Anbieter.
- Modellverwaltung. Eigene Ollama-Modelle lassen sich direkt aus der Oberfläche heraus anlegen und verwalten.
Der gemeinsame Nenner dieser Funktionen ist der Anspruch, vollständig offline zu arbeiten. Wer ausschliesslich lokale Modelle und lokale Vektordatenbanken nutzt, kann Open WebUI ohne ausgehende Verbindung betreiben. Sobald externe APIs oder eine Websuche eingebunden werden, verlässt der entsprechende Teil der Anfrage die eigene Umgebung wieder, eine Abgrenzung, die im Betrieb bewusst gezogen werden muss.
Unter welcher Lizenz Open WebUI steht
Die Lizenz von Open WebUI verdient eine genaue Betrachtung, weil sie sich von einer rein permissiven Lizenz unterscheidet. Bis einschliesslich Version 0.6.5 stand das Projekt unter der BSD-3-Clause-Lizenz, einer permissiven Lizenz, die Nutzung, Veränderung und Weitergabe weitgehend frei stellt. Mit Version 0.6.6, wirksam ab dem 19. April 2025, kam eine zusätzliche Bedingung hinzu: Die Bezeichnung Open WebUI, also Name, Logo und vergleichbare Kennzeichen, darf in der Oberfläche nicht entfernt, verändert oder verdeckt werden.
Diese Marken-Bedingung greift nicht in jedem Fall. Sie entfällt bei Installationen mit höchstens fünfzig Endnutzern innerhalb von dreissig Tagen, bei einer ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung der Rechteinhaber sowie bei einer Unternehmenslizenz, die eine Anpassung erlaubt. Der vor Version 0.6.6 beigetragene Code bleibt unter BSD-3-Clause. Praktisch bedeutet das: Der Quellcode ist offen einsehbar und das Projekt wird transparent entwickelt, durch die Marken-Bedingung ist es jedoch keine im engeren, von der Open Source Initiative anerkannten Sinne quelloffene Lizenz mehr. Wer Open WebUI im eigenen Haus betreibt, sollte diese Bedingung kennen, bevor er die Oberfläche umfirmiert oder als Teil eines eigenen Produkts weitergibt.
Wo Open WebUI einzuordnen ist
Open WebUI ist eine Oberfläche, kein Modell. Der Nutzen entsteht erst im Zusammenspiel mit den Modellen darunter, sei es ein lokal über Ollama betriebenes Open-Weights-Modell oder eine externe API. Im Vergleich zu LibreChat verfolgt Open WebUI ein ähnliches Ziel, eine eigene Oberfläche vor frei wählbaren Modellen, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf den lokalen Betrieb und eine breite, in die Oberfläche integrierte Funktionsausstattung. Sobald die Oberfläche Werkzeuge aufruft und Schritte verkettet, berührt sie das Feld der KI-Agenten, für die eine Chat-Oberfläche der sichtbare Einstiegspunkt sein kann. Welche der beiden Oberflächen passt, hängt vom Einsatzfall ab, von der gewünschten Funktionstiefe und von der Bereitschaft, die beschriebene Marken-Bedingung der Lizenz zu beachten.
Referenzen
- Open WebUI Lizenztext und Lizenzverlauf. Marken-Bedingung ab Version 0.6.6, Ausnahmen für kleine Installationen und der Wechsel von der BSD-3-Clause-Lizenz. (19.04.2025). docs.openwebui.com/license/
- Open WebUI Projektübersicht und Funktionsliste. Selbst hostbare KI-Plattform für den Offline-Betrieb, Ollama-Anbindung, OpenAI-kompatible Schnittstellen, RAG, Websuche und Mehrbenutzer-Betrieb. (2026). github.com/open-webui/open-webui
- Open WebUI Dokumentation. Funktionsumfang, unterstützte Modell-Anbindungen und Installationswege über Docker, pip und Kubernetes. (2026). docs.openwebui.com/
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- LibreChat, eine vergleichbare quelloffene Chat-Oberfläche vor frei wählbaren Modellen.
- KI-Agenten und agentische Systeme, die Stufe, auf der eine Oberfläche Werkzeuge aufruft und Schritte verkettet.
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